Kritischen Personalvertreter kündigen: Geht gar nicht!
- Mittwoch, 18. November 2020 @ 17:18

Aktuell gibt es laut der Kronen Zeitung interne Schreiben über Befehle und Dienstanordnungen zu zwangsweisen Zusatzdiensten für SanitäterInnen. Die Rede ist von „Lücken auffüllen“, die „sicher nicht“ in der politischen Verantwortung der zuständigen Stellen liegen. Zwar wurden neue Dienstposten geschaffen, aber diese reichen scheinbar bei Weitem nicht aus in einer immens gewachsenen Stadt.
Zum konkreten Fall des Terrorabends appellierte der Kollege an die MitarbeiterInnen, sich aus der Freizeit in den Dienst zu stellen. In einem späteren Interview mit dem Chef der Wiener Rettung wurde bestätigt, dass sich viele SanitäterInnen freiwillig dienstbereit gestellt haben. Die Frage stellt sich: Lag dies vielleicht doch am Appell des Personalvertreters?
Nun wurde dem gewählten ArbeitnehmerInnenvertreter offiziell das Mandat entzogen und er muss vor dem Arbeitsgericht seine Kündigung bekämpfen, mit wenig Aussicht auf Erfolg. Wie Gesundheitsstadtrat Hacker so schön sagt (Kronenzeitung, 4.11.2020): „Wer in einer solchen Situation nicht weiß, wie er sich verhalten soll, da erübrigt sich jeder Kommentar“.
Wir meinen: Jeder Kommentar erübrigt sich, wenn kritische Stimmen der ArbeitnehmerInnenvertretung im öffentlichen Dienst von der Politik stummgeschaltet und gekündigt werden. Der GLB Wien fordert deshalb sowohl die Gewerkschaft younion als auch die AK Wien dazu auf, sich für den Kollegen einzusetzen und bessere Arbeitsbedingungen für das Personal im öffentlichen Rettungswesen zu verhandeln!