Hohe Dringlichkeit für gesetzlichen Mindestlohn
- Montag, 29. Juni 2009 @ 16:47

Es ist eine Schande, dass Österreich als viertreichstes Land der EU nicht imstande ist, einen gesetzlichen Mindestlohn durchzusetzen, wie er in anderen Ländern schon seit Jahren üblich ist. Laut Eurostat rangiert Österreich mit einer gewichteten Kaufkraft (um das unterschiedliche Preisniveau bereinigte Bruttoinlandsprodukt) von 123 Prozent des Durchschnitts der EU27 nach Luxemburg (252,8), Irland (139,5) und den Niederlanden (134,6) an vierter Stelle.
Ein gesetzlicher Mindestlohn ist auch vor dem Hintergrund der seit Ende der 70er Jahre ständig sinkenden Lohnquote und dem Stagnieren der Reallöhne in den letzten zehn Jahren zu sehen. Gerade Menschen mit geringem Einkommen haben zunehmend Probleme angesichts der in den letzten Jahren teilweise enorm gestiegenen Preise und vor allem Wohnkosten ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.
Das von WKO-Chef Leitl und anderen euphorisch verbreitete Argument, dass 2,7 Millionen Österreicherinnen (inklusive der PensionistInnen) keine Lohnsteuer zahlen sieht der GLB gegenteilig, daher ist auch eine Ausweitung der Negativsteuer keine wirkliche Lösung. Tatsache ist, dass viel zu viele Menschen einfach ein viel zu geringes Einkommen haben und daher ein Mindestlohn höchst dringlich ist: „Ein gesetzlicher Mindestlohn stellt auch nicht die KV-Hoheit der Gewerkschaften in Frage. Er unterstützt diese im Gegenteil sogar, weil er auch in jenen Branchen und Betrieben wo es keine Gewerkschaften gibt Mindeststandards durchsetzt“, so Antlanger abschließend.