Recht auf ein eigenes Bankkonto für alle
- Dienstag, 18. November 2008 @ 09:47

Für viele Dienstgeber ist die Kontolosigkeit von MitarbeiterInnen ein Kündigungsgrund. Ein Konto zu haben ist längst keine Privatsache mehr sondern inzwischen gesellschaftliche Norm. In kaum einem Unternehmen ist es noch üblich, dass Löhne oder Gehälter bar ausbezahlt werden. Ebenso ist ein Konto Voraussetzung für zahlreiche Verträge, etwa für Mietverträge oder Telefonanschlüsse.
Das Recht auf ein Bankkonto wurde auf Initiative der Abgeordneten Sahra Wagenknecht von der Linksfraktion GUE/NGL auch im Bericht des Europäischen Parlaments zum Retail-Bankgeschäft klargestellt. Laut einer Studie der EU-Kommission hat jeder fünfte Erwachsene in der EU kein Bankkonto, in Osteuropa sogar ein Drittel. Dass die Zahl unfreiwillig kontoloser Menschen nicht wesentlich höher liegt, ist vor allem der Existenz von Sparkassen und Genossenschaftsbanken zu verdanken, die nicht vorrangig dem Prinzip der Profitmaximierung verpflichtet sind. Diese stehen jedoch unter Beschuss der Liberalisierungs- und Privatisierungswut der EU-Kommission weil sie dem Expansionsdrang und den Profitinteressen der privaten Großbanken im Wege stehen.